Dienstag , 12 November 2019
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Scriveners Outliner

Quelle: pixabay.com/de/users/geralt-9301/

Custom Meta-Data – Teil 5/6

Über Label- und Status-Zuordnung hinaus kannst du deinen Files und Dokumenten per Meta-Data noch weitere nützliche Etiketten anpappen. Die sind dann auf zwei Ebenen sehr hilfreich: zum Einen in unserem Outliner und zum anderen in der ausgeklügelten Scrivener-Suchfunktion (dazu später).

Abb. 008 – Das Meta-Data Settings-PopUp-Menü für die Custom Meta-Data-Spalte
Abb. 008 – Das Meta-Data Settings-PopUp-Menü für die Custom Meta-Data-Spalte

(Schnellster Weg dorthin, wie gesagt: alt+cmd+Komma.)
Hier bastele ich mir per Meta-Data zusätzliche Spalten, die ich wahrscheinlich brauchen werde:

  • Zeile 1 (also im Outliner Spalte 1): „Nr“ benutze ich z.B. für eine Kapitel-Nummerierung; auch für Live-Lesungen ist das ganz nützlich, weil ich so auf einen Blick sehen kann, wie viele Texte und/oder Songs ich im geplanten Programm habe, ohne jedes Mal die Zeilen zählen zu müssen. Diese Spalte setze ich dann immer an den Anfang, also nach ganz links.
  • In die „Timeline“-Zeile/Spalte trage ich die kalendarischen Daten ein, an denen die Handlung im Text spielt. Format je nach Belieben bzw. nach Bedarf – da kann „Montag, 18. Januar 2016“ bis „Samstag, 23. Januar 2029“ stehen oder „Samstag“ bis „Mittwoch“ oder, je nach Inhalt der Story, auch nur „08.00 Uhr“ bis „23:35“. Sehr hilfreich, um sich nicht im zeitlichen Ablauf eines Plots zu verirren.
  • Zeile 3 Länge: siehe Kapitel 1.
  • Zeile 4 Locations: Da ich die Labels für meine Erzählperspektiven reserviert habe, es aber gelegentlich recht nützlich sein kann, sich auch einen Überblick über die Handlungsorte zu verschaffen, nutze ich dafür zum einen die Meta-Data, zum anderen dort die Möglichkeit, a) den Namen der Spalte und b) den Text dazu einfärben zu können.

Abb. 009 – Die Meta-Data Settings im Inspector
Abb. 009 – Die Meta-Data Settings im Inspector

Und im Outliner stellt es sich so dar:

Abb. 010 – Die Meta-Data Settings im Outliner
Abb. 010 – Die Meta-Data Settings im Outliner

Du siehst, die Location-Zeilen sind farblich unterschieden, und am Kapitel 1 kannst du sehen, dass ich in den Meta-Data Settings bei „Locations 1“ die Option „Wrap Text“ aktiviert habe (s. Abb. 008). Das heißt, dass ich die etwas ausführlichere Beschreibung von „Zuhause“, die ich im Meta-Data-Fenster des Inspectors unter „Locations 1“ eingetragen habe, nun auch in der entsprechenden Spalte bei Kapitel 1 sehen kann. Ganz offensichtlich habe ich mich bei Kapitel 2 auf die Kurzform „Zuhause“ beschränkt.
Wir haben also nun mit einem Blick auf den Outliner die folgenden strukturell interessanten Informationen im – nun ja: Blick:
Von links oben nach rechts unten:
Die Kapitelnummer,
die Timeline,
den Status des entweder Files (Kapitels) oder der/s darin enthaltenen Dokument/e (der Szene/n) (weil es nämlich durchaus vorkommen kann, dass ich einem Kapitel den Status „To Do“ zuordne, obwohl es darin bereits Szenen mit dem Status „First Draft“ oder „Revised Draft“  oder was auch immer gibt),
die angepeilte Zeichenzahl für Kapitel und/oder Szene,
die Information, ob oder wie weit dieses Ziel schon erreicht wurde,
die Spalte/n für die Locations.

Außerdem sehen wir, dass Kapitel 1 das einzige ist, für das es bereits eine Synopsis gibt,
und schließlich überschauen wir anhand der Zeilenfarben sofort, in welchem Kapitel / welcher Szene welche Erzählperspektive eingenommen wurde. Da ich gewöhnlich den Outliner ständig im rechten Editorfenster geöffnet habe, habe ich also immer einen Überblick, wer wann dran ist von meinen Figuren, wo es sich knubbelt, also wo zu viele gleiche POVs hintereinander kommen, oder wo es höchste Zeit wird, die Perspektive mal wieder zu wechseln …
Feine Sache, oder?
Scrivener eben. Beste Autorensoftware, die je ihren Weg auf meinen Rechner gefunden hat (und das hatten sie alle mal).

Habe ich noch was vergessen? Etwas übersehen? Etwas unverständlich dargestellt?
Scheu dich nicht, mich darauf aufmerksam zu machen oder nachzufragen – wir wissen doch: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Ich habe unendlich viel von meinem – wenn auch immer noch eher rudimentären – Wissen über das Arbeiten mit Scrivener der kollegialen Großzügigkeit von mehreren Dutzend, überwiegend amerikanischen Autoren zu verdanken, die mehr oder weniger regelmäßig neue Erkenntnisse ins Netz und uns allen zur Verfügung stellen; das finde ich liebens-, bewunderns- und nachahmenswert.
Falls du der englischen Sprache einigermaßen mächtig bist, möchte ich hier auch noch mal eben darauf aufmerksam machen, dass ich von diesen Tipps, Tricks & Tutorials in den letzten Jahren eine recht umfangreiche Sammlung angelegt habe – in einem eigenen „Scriv-Tutorials“-Scrivener-Project. In dem ich sie zu einem großen Teil auch schon mit Keywords versehen habe. Dieses inzwischen auf 363 MB angewachsene Project habe ich in einen dropbox-Ordner gepackt, und jede/r, der mir – per PN auf facebook, z.B. – seine Mailadresse zukommen lässt (die selbstverständlich zu keinen anderen Zwecken benutzt wird), kann dann autorisiert werden, sich diese Datei herunterzuladen.

Das wäre es fast gewesen für heute – aber ich habe ja weiter oben versprochen, noch kurz etwas zum Thema Suchfunktion & Collections zu sagen; auch das gehört schließlich zu unserem Oberthema Struktur. Also werde ich dem ein schnelles letztes Kapitel widmen …

Über Rich Schwab

Rich Schwab
Musiker, Texter und Autor. Buchkürzer. Gelegenheitslektor. Kölner, Jahrgang 1949. Lebt mit der angetrauten Düsseldorferin auf neutralem Gebiet am Niederrhein. Vorsichtshalber mit Hund.

Alternatives Ergebnis

Organisationstipp: Sammlungen (Collections)

Wer hatte nicht schon einmal das Gefühl, es wäre sinnvoll und nützlich, wenn man die …

2 Kommentare

  1. Avatar

    Super Beitrag, vielen Dank, Rich!

    Ich überlege, wo ich am besten die Storylines angeben kann und wollte es unter den Metadaten machen. Hast du aus Erfahrung eine andere Idee? Bei den Labeln hast du ja bereits die Perspektive untergebracht. Denn anfangs dachte ich, dass ich bei den Labeln die Storylines angebe, aber die Perspektive passt da besser. Vielleicht hast du ja eine Idee. 🙂

  2. Avatar

    In der Windows-Version gibt es bei den Projektstatistiken einen auffälligen Mengenunterschied zwischen “Seiten Taschenbuch” und “Seiten gedruckt”. Wodurch erklärt sich diese doch sehr deutliche Differenz? Ist mit Taschenbuch eine Normseite gemeint?

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