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Scriveners Outliner

Quelle: pixabay.com/de/users/geralt-9301/

Der Editor – Teil 3/6

Zu dem möchte ich heute gar nicht viel sagen, um nicht noch weiter off topic zu geraten. Möchte nur noch mal darauf hinweisen, dass es in vielen Situationen sehr praktisch ist, zwei Editorfenster gleichzeitig geöffnet zu haben – nicht zuletzt, um im (in meinem Fall) rechten immer den Outliner im Blick zu haben.

Um den es hier ja eigentlich gehen soll.

Ganz kurz sei noch erwähnt, dass man auch im Editor, oben im Header nämlich, das Dokument, an dem man gerade arbeitet, umbenennen kann. Womit es automatisch auch in Binder, Outliner und Corkboard umbenannt wird.
Unten links in der Fußleiste des Editors vergrößert oder verkleinert man die Ansichtsgröße des aktiven Editors (dass er aktiv ist, sieht man daran, dass der Header blau eingefärbt ist).

Das heißt in meinem Fall, dass ich bei meiner Schriftgröße etc. bleibe (Times New Roman, 12p) und beim Schreiben die Ansicht auf 150% schraube (tja, ich werde auch nicht jünger). Bei anderen Gelegenheiten (bei manchen Überarbeitungsschritten, z.B., schraube ich sie auch schon mal auf 100% runter – damit ich nicht so viel scrollen muss). Grundsätzlich fühle ich mich wohler, wenn es auch beim Schreiben im Manuskript schon so aussieht, wie es auch später im fertigen Buch aussehen soll.

Unten rechts in der Fußleiste gibt es diese kleine Zielscheibe – klick darauf, und es öffnet sich das Target-Fensterchen, in das du eintragen kannst, wie viele Wörter oder Zeichen du dir für dieses Kapitel vorgenommen hast. Hast du dort etwas eingetragen, entsteht links neben der Zielscheibe ein Fortschrittsbalken, der sich während des Tippens von links rot nach rechts grün („Ziel erreicht!“) bewegt. Das erwähne ich jetzt nur, weil es später im Outliner noch eine Rolle spielen wird.

Kommen wir also („Was – schon im zweiten Kapitel …?!“ „Ja-ha …!“) zum Thema.

Der Outliner

Ach, nein – ich muss mir erst noch neuen Tee holen. Und eine Zigarette drehen.

Könnte vorher aber auch gut noch ein, zwei Kekse essen.

Jetzt aber.

Nein. Zum Thema gehört ja auch die Struktur – wie plotte ich mir eine – zumindest vorläufige – Struktur für mein Manuskript zusammen?

In meinem Fall: Für eine allererste grobe Struktur – bzw. überhaupt erst mal deren Findung – finde ich Scapple  ganz praktisch. Hat auch den Vorteil, dass es ebenfalls von L&L kommt und sehr schön mit Scrivener korrespondiert.

Diese grobe Struktur dann in den Binder übertragen ist der zweite Schritt – ein paar Hauptkapitel-Ordner anlegen, in die dann die einzelnen Szenen-Dokumente kommen (s. Kap. 1). Eventuell kann man auch schon mal überlegen, wo welche Plot Points sind und die entsprechenden Kapitel dann mit einem anderen Icon versehen …
Der dritte Schritt ist dann die Outliner-Ansicht …

Schauen wir uns den noch einmal näher an – hier nun in ausgeklapptem Zustand:

Abb. 003 – Der Outliner, ausgeklappt (mit Inspector, rechts)
Abb. 003 – Der Outliner, ausgeklappt (mit Inspector, rechts)

Wir beginnen von oben links:

1. Der Outliner-Header.

  • Mit den beiden nach links und rechts weisenden Winkeln blätterst du durch die in diesem Editor bereits geöffneten Dokumente.
  • Ein Klick auf das Zettelstapel-Icon rechts daneben öffnet dieses PopUp-Menü:

Abb. 003a – Outliner PopUp-Menü 1
Abb. 003a – Outliner PopUp-Menü 1

Für uns wichtig sind jetzt vorerst nur zwei Optionen:

Ganz oben „Reveal in Binder“ – zeigt dir an, von welchem Ordner im Binder gerade eine Outline angezeigt wird;
und ganz unten „Lock in Place“ gibt dir die Möglichkeit, den gerade aktiven Editor „einzufrieren“ – d.h. es spielt keine Rolle, was du nun im Binder anwählst, dieser Editor ist blockiert und zeigt weiterhin nur den Outliner (oder welches Dokument auch immer du gerade in diesem Editor geöffnet hast).
Mag ganz praktisch sein, weil es zumindest anfangs immer wieder passiert, dass du ein Binder-File anwählst, das du jetzt eigentlich im linken Editor sehen willst; aber wenn du vergessen hast, vorher ein Mal in den linken Editor zu klicken, wird das File im rechten geöffnet – weil der ja noch aktiv ist. Ich habe mich inzwischen längst daran gewöhnt, den Editor anzuklicken, in dem ich etwas sehen will – ist auch nicht umständlicher, als eins der Editor-Fenster immer wieder zu blockieren oder freizugeben, weil man ja zwischendurch dort auch mal was anderes sehen möchte.

2. Die Titelleiste des Outliners

  • Mit den nach oben oder unten zeigenden Winkeln (Abb. 003b) blätterst du durch die Files im Binder
  • Ganz rechts liegt, wie in jedem Editor-Header, das rechteckige Icon, um die Editor-Ansicht zu splitten o.der den Split aufzuheben. Mit gedrückter alt-Taste angeklickt, wechselt der Split zwischen horizontal und vertikal.

3. Die Titelleiste des Outliners

  •  Sie ist quasi die Titelleiste einer Tabelle. Wie bei einem x-beliebigen Tabellenprogramm können die Spalten durch Anfassen des Titels per drag&drop verschoben und vertauscht werden; durch Anfassen der vertikalen Trennlinie kannst du die Spalten enger oder breiter machen. Und ein einfacher Klick auf einen Titel sortiert die Reihenfolge der Zeilen alphabetisch auf- oder abwärts.
  • Ganz rechts öffnet der nach unten zeigende Winkel ein PopUp-Menü, in dem du an- oder abhaken kannst, welche Spalten du im Outliner sehen willst:

Abb. 003b – Outliner PopUp-Menü 2
Abb. 003b – Outliner PopUp-Menü 2

Weiße Häkchen im blauen Feld zeigen an, welche Spalten sichtbar sind.
Von oben „Title“ bis „Total Progress“ sind die Optionen für Outliner-Spalten von Scrivener per default-Einstellung vorgegeben. Die unteren drei habe ich per Meta-Data selbst hinzugefügt:

  • Zu „Nr.“ und „Timeline“ komme ich im 3. Kapitel;
  • „Länge“ habe ich mir angelegt für Lesungen. Wenn ich z.B. die Spalte „Character Count“ aktiviere und weiß, dass bei meinem Vorlesestil 1.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) ziemlich genau eine Minute Lesezeit sind, habe ich sehr schnell ausgerechnet, wie lange ich live für einen Text brauche. In meinem Scrivener-Live-Project habe ich dann daneben zusätzlich noch eine Spalte „Gesamt“, in der ich die einzelnen Zeiten fortlaufend addiere (also die akkumulierten Zeiten eintrage) – ich sehe also immer auf einen Blick, wie lang welcher Beitrag ist und wie lange die Lesung bis zur Pause, nach der Pause und insgesamt ist (netto, jedenfalls – Lacher, Applaus, Zwischenrufe, Ad-Libs, Pannen etc. sind schwer einzuplanen). Das sieht dann z.B. so aus:

Abb. 003c – Outliner Live
Abb. 003c – Outliner Live

(Lass dich nicht verwirren von den Zeilen, in denen behauptet wird, dass 27 Zeichen 6 Minuten Lesezeit brauchen – Scrivener kann die Zeichenzahl ja nicht automatisch in Minuten umrechnen; und manchmal mache ich es ja auch umgekehrt: „Hier brauche ich 7 Minuten Lesezeit“ und muss also den Text auf ca. 7.000 Zeichen Länge bringen.)

Bevor wir uns weiter mit Inhalt und Ansicht des Outliners beschäftigen, springen wir kurz mal in seine Fußleiste oder ‘Footer’:

Abb. 003d – Outliner Footer
Abb. 003d – Outliner Footer

Von links nach rechts:

  • Mit dem Pluszeichen erzeugst du im Outliner – wie im Binder – ein neues Dokument.
  • Mit dem Icon Ordner und Pluszeichen erzeugst du einen neuen Ordner. Beides erscheint dann automatisch auch im Binder.
  • Ein Klick auf das Zahnrad öffnet ein PopUp-Menü:

Abb. 003e – Outliner PopUp-Menü 3
Abb. 003e – Outliner PopUp-Menü 3

Für uns und unser heutiges Thema wichtig finde ich die Untermenüs für „Label“, „Status“ und das für „Change Icon“. Einige Optionen sind in dieser Abbildung eingegraut, also nicht aktiv – das ändert sich, wenn du einen Ordner oder ein Dokument im Outliner markiert hast und dann das Zahnrad anklickst.
Auch hier wird jede Änderung automatisch auch im Binder angezeigt – I love Scrivener …

  •  Ganz rechts im Footer gibt’s dann noch den Button „Hide Synopsis“ – damit machst du die Synopsis (4) eines Dokuments oder Files sichtbar oder unsichtbar – vorausgesetzt, es gibt eine, natürlich.

In Abb. 003 kannst du sehen, dass es für das Kapitel „Intro / Binder“ eine Synopsis gibt – also folglich „Hide Synopsis“ nicht aktiviert ist – und für die anderen Kapitel (noch) nicht..
Auch wird hier ersichtlich, dass es auch für die Outliner-Ansicht grundsätzlich nicht verkehrt ist, Synopsen für alle Kapitel und/oder Szenen anzulegen – da kannst du dann schon aussagekräftigere Beschreibungen unterbringen als im Dateinamen. (Du kannst sie ja jederzeit wieder ausblenden.)

So viel erst mal zur Struktur des Outliners – im nächsten Kapitel gehen wir dann näher darauf ein, was dort warum und wie zu sehen ist.

Über Rich Schwab

Rich Schwab
Musiker, Texter und Autor. Buchkürzer. Gelegenheitslektor. Kölner, Jahrgang 1949. Lebt mit der angetrauten Düsseldorferin auf neutralem Gebiet am Niederrhein. Vorsichtshalber mit Hund.

Alternatives Ergebnis

Organisationstipp: Sammlungen (Collections)

Wer hatte nicht schon einmal das Gefühl, es wäre sinnvoll und nützlich, wenn man die …

2 Kommentare

  1. Avatar

    Super Beitrag, vielen Dank, Rich!

    Ich überlege, wo ich am besten die Storylines angeben kann und wollte es unter den Metadaten machen. Hast du aus Erfahrung eine andere Idee? Bei den Labeln hast du ja bereits die Perspektive untergebracht. Denn anfangs dachte ich, dass ich bei den Labeln die Storylines angebe, aber die Perspektive passt da besser. Vielleicht hast du ja eine Idee. 🙂

  2. Avatar

    In der Windows-Version gibt es bei den Projektstatistiken einen auffälligen Mengenunterschied zwischen “Seiten Taschenbuch” und “Seiten gedruckt”. Wodurch erklärt sich diese doch sehr deutliche Differenz? Ist mit Taschenbuch eine Normseite gemeint?

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